Die Geschichte der kubanischen Revolution

Der Begriff »Kubanische Revolution« steht für eines der zentralsten historischen Ereignisse der kubanischen Geschichte, das sich während der Jahre 1952-1959 ereignete. Gemeint ist der Umsturz des diktatorischen Batista-Regimes durch die Widerstandsbewegung, die von Fidel Castros Organisation angeführt wurde und auch als »Bewegung des 26. Juli« bekannt geworden ist

Vorgeschichte

Der erste impulsgebende Moment für die Entstehung der kubanischen Revolution fand im März 1952 statt, als der ehemalige Staatspräsident Fulgencio Batista mithilfe eines Putsches den amtierenden Präsidenten Carlos Prío stürzte und anschließend selbst die Staatsgewalt über Kuba übernahm. Dabei setzte Batista nicht nur die Verfassung von 1940 außer Kraft, sondern ließ darüber hinaus die ursprünglich für Juni 1952 angesetzten Wahlen absagen. Der junge Rechtsanwalt Fidel Castro, der sich als Abgeordneter der Orthodoxen Partei für die Wahl hatte aufstellen lassen, reichte daraufhin Klage gegen den rechtsstaatlichen Verstoß des neuen Staatsoberhaupts ein, welche jedoch vom kubanischen Verfassungsgericht abgelehnt wurde.

Unter der diktatorischen Führung Batistas stiegen Korruption und Armut im ganzen Land rasant an. Um dabei dennoch die Gunst der USA zu gewinnen, schuf er gleichzeitig günstige Voraussetzungen für Investoren, so dass sich insbesondere die Hauptstadt Havanna alsbald zu einer beliebten Vergnügungsmetropole für die reiche Oberschicht und gehobene Mittelschicht entwickelte. Das lukrative Tourismus- und Vergnügungsgeschäft wurde schnell jedoch von US-amerikanischen Mafiabanden unterwandert, die mit den vielen Casinos, Bordellen und Hotels beachtliche Gewinne erzielen konnten.

Der Beginn der Revolution– Der Sturm auf die Moncada-Kaserne (1953)

Im Jahr 1953 formierte sich eine Gruppe von rund 129 rebellischen Aktivisten, darunter auch der engagierte Rechtsanwalt Fidel Castro, um mithilfe gezielter Angriffe das diktatorische Batista-Regime zu Fall zu bringen. Kubanische RevolutionAls erste paramilitärische Aktion plante die Gruppe der Aufständischen am Morgen des 26. Juli 1953 die zweitgrößte Kaserne des Landes, die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba einzunehmen. Beim Versuch das militärische Gebäude zu stürmen, wurden die angreifenden Rebellen jedoch schnell entdeckt und in blutige Gefechte mit dem ansässigen Militär verwickelt.

Der Anführer der Rebellengruppe, Fidel Castro, der zunächst fliehen konnte, wurde noch auf seiner Flucht gefangen genommen und bei einem späteren Gerichtsprozess zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Doch bereits im Jahr 1955 wurden alle inhaftierten Rebellen, darunter auch Castro, im Zuge einer Generalamnestie frühzeitig aus der Haft entlassen. Nach seiner Freilassung gründete Castro die Bewegung des 26. Juli (span.: Movimiento 26 de Julio; kurz: M-26-7) und begab sich ins mexikanische Exil, wo er zusammen mit seinen Anhängern, den bewaffneten Kampf gegen die Batista-Regierung weiter vorbereitete.

Der Guerillakampf (1956-1959)

In Mexiko machte sich Castro daran weitere Freiwillige für den Kampf gegen das kubanische Unrechtsregime anzuwerben. Dabei kam er mit dem engagierten Argentinier Ernesto Che Guevara in Kontakt, den er sehr schnell für seine Widerstandsbewegung gewinnen konnte. Nachdem ausreichend Freiwillige und Geld für den geplanten Guerillakampf gesammelt worden war, machte sich in der Nacht vom 25. November 1956 eine Gruppe von 82 Widerstandskämpfern, darunter Che Guevara, Fidel Castro und dessen Bruder Raúl, an Bord der eigens für die Aktion gekauften Yacht Granma vom Hafen des mexikanischen Tuxpan auf gen Kuba.

Da sich die Ankunft auf kubanischem Festland jedoch verzögerte, erreichten sie die kubanische Küste der Playa Las Colorades nicht wie geplant am 30. November, sondern erst am 02. Dezember. So kam es schließlich, dass bereits im ersten Gefecht nach der Ankunft fast alle Rebellen festgenommen oder getötet wurden. Gerade einmal 12 Guerillakämpfer konnten entkommen und in die Berge der Sierra Maestra fliehen. Obwohl sie weiterhin vom kubanischen Militär gejagt wurden, gelang es den Rebellen dank des unwegsamen Geländes in den Bergen unterzutauchen und am Fuße des Pico Turquino ein Hauptquartier zu errichten.

Von den Anführern der städtischen Untergrundzellen wurden sie nicht nur mit Medikamenten, Waffen usw. versorgt, sondern es wurden auch weitere Guerillakämpfer zu den Rebellen in die Berge entsandt. Trotz des großen Zulaufs, den die Guerillas in den folgenden Monaten verzeichnen konnten, waren sie den kubanischen Regierungstruppen zahlenmäßig deutlich unterlegen. Dennoch führten sie im Laufe des Jahres 1957 immer wieder einzelne Aktionen durch, bis sie schließlich im Jahr 1958 zum offensiven Kampf übergingen.

Der Weg zum Sieg (1958/59)

Im Jahr 1958 verließen unter der Führung Che Guevaras und Camilo Cienfuegos zwei Guerillaeinheiten die Berge von Sierra Maestra, um im Osten Santiago de Cuba und im Westen Havanna anzugreifen. Die bedeutendste Rolle wurde dabei Che Guevaras Einheit zuteil: Zunächst gelang es den Rebellen die Landverbindungen vom westlichen zum östlichen Teil des Landes zu sprengen, so dass eine militärische Versorgung im Osten nicht weiter möglich war.

Daraufhin griffen die Rebellen Ende Dezember Batistas letzte Bastion in Santa Clara an, die sie schließlich nach mehreren Tagen des Gefechts eroberten. Infolgedessen floh Diktator Batista in der Silvesternacht von 1958/59 mit rund 40 Millionen US-Dollar in die Dominikanische Republik. Am nächsten Tag wurden schließlich auch Santiago de Cuba und die Havanna von den Guerillaeinheiten eingenommen. Nach einem einwöchigen Triumphzug durch das Land erreichte am 8. Januar 1959 auch der Revolutionsführer Fidel Castro die Hauptstadt Havanna, um hier den Sieg der Revolution gegen das Batista-Regime zu feiern.

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