Fidel Castro: Seine Geschichte

Fidel Castro, dessen vollständiger bürgerlicher Name Fidel Alejandro Castro Ruz lautet, war eine der zentralen Persönlichkeiten während der kubanischen Revolution und führte die Rebellenarmee als Anführer im Kampf gegen das Batista-Regime zum Sieg. Darüber hinaus gilt Castro mit einer Amtszeit von insgesamt mehr als 47 Jahren als der am längsten amtierende nicht-monarchische Machthaber des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Aufgrund seines charismatischen Auftretens und seiner überzeugenden Rhetorik gilt der unter dem treffenden Beinamen bekannte Maxímo Líder auf Kuba bis heute als eine integere Person, die für einen Großteil der Bevölkerung ein symbolhaftes Vorbild darstellt.

Jugend und Ausbildung

Fidel Castro wurde am 13. August 1926 (das Geburtsjahr gilt als umstritten) als eines von fünf Kindern des wohlhabenden Zuckerrohrplantagenbesitzers Ángel Castro Argiz im beschaulichen Birán, einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Mayarí, geboren. Dem finanziellen Wohlstand der Familie war es zu verdanken, dass Castro eine exzellente schulische Ausbildung genießen konnte. Als Schüler des renommierten Jesuitenkollegs in Santiago de Cuba fiel der äußerst kluge Castro jedoch nicht nur ob seiner guten schulischen Leistungen auf, sondern machte zudem mit seiner aufmüpfigen und rebellischen Art gegenüber dem Lehrkörper von sich reden.

Sein rebellisches Wesen und ausgeprägtes Gespür für Gerechtigkeit kam allerdings auch im familiären Bereich zum Ausdruck. So solidarisierte der junge Fidel sehr schnell mit den von der Armut geplagten Plantagenbauern seines Vaters und setzte sich vehement für deren Rechte ein.

Fidel CastroNach seiner schulischen Ausbildung begann er im Jahr 1945 schließlich mit einem Jurastudium an der Universität von Havanna. Auch hier trat Castros engagierter und aufbegehrender Charakter deutlich zutage. So übernahm er alsbald die Leitung der Vereinigung der Jurastudenten, organisierte Demonstrationen und machte sich für die Rechte ärmerer Bevölkerungsgruppen stark.

Später, im Jahr 1947, schloss er sich der Partei Partido del Pueblo Cubano (dt.: Partei des kubanischen Volks), auch Orthodoxe Partei (span.: Partido Ortodoxo) genannt, von Eduardo Chibás und Manuel Bisbé an. Eines der Hauptziele der Partei bestand darin, die korrupte Regierung unter Präsident Carlos Prío zu bekämpfen und Kuba vermehrt zu einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu verhelfen.

Bei seiner ersten militanten Aktion nahm Castro am Vorhaben der Karibischen Legion teil, den Diktator der Dominkanischen Republik, Rafael Trujillo, zu stürzen. Das Vorhaben der Aufständischen konnte jedoch durch das Eingreifen der kubanischen Küstenwache vereitelt werden. Fidel Castro entging hierbei dank seiner schnellen Flucht nur knapp der Verhaftung. Nach dem Abschluss seines Studiums war Castro schließlich ab dem Jahr 1950 als Anwalt tätig und vertrat dabei vornehmlich Klienten aus den ärmeren Bevölkerungsschichten.

Castros Kampf gegen das autoritäre Batista-Regime – Vom Anwalt zum Revolutionär

Auch wenn Fidel Castro seinen Beruf als Anwalt mit großem Engagement ausübte, so galt sein eigentliches Hauptinteresse der Politik. Aus diesem Grund plante er zusammen mit der Orthodoxen Partei im Juni 1952 bei den kubanischen Parlamentswahlen anzutreten. Dieses Vorhaben wurde jedoch bereits im März 1952 durch einen Putsch des Ex-Präsidenten und General Fulgencio Batista vereitelt, der die Verfassung außer Kraft setzte, um sich so schließlich eigenmächtig zum Staatsoberhaupt Kubas zu ernennen.

Castro verklagte den selbsternannten Präsidenten daraufhin wegen Verfassungsbruch vor dem kubanischen Verfassungsgericht, doch seine Klage wurde abgelehnt. Infolgedessen entschied sich Castro für den bewaffneten Widerstand, um sich so gegen das diktatorische Regime zu Wehr zu setzen. Sein größtes Vorbild war dabei der kubanische Nationalheld José Martí, den er später auch als geistige Inspirationsquelle für den berühmten Moncada Aufstand benannte. Zwar scheiterte der am 26. Juli 1953 durchgeführte Angriff auf die Moncada Kaserne in Santiago, jedoch verhalf ihm dieser Putschversuch zu Berühmtheit und Anerkennung innerhalb der Bevölkerung.

Das Strafmaß für die geplante Revolte wurde in der Gerichtsverhandlung am 16.Oktober 1953 auf 15 Jahre Zuchthaus festgelegt. Doch bereits im Jahr 1955 amnestierte Staatsoberhaupt Batista alle politischen Gefangenen, so dass Fidel Castro nach nur zwei Jahren Haft ins mexikanische Exil entlassen wurde. Direkt nach seiner Freilassung verließ Castro die Orthodoxe Partei und gründete am 12. Juni 1955 die Bewegung des 26. Juli (span.: Movimiento 26 de Julio; kurz: M-26-7), die später die treibende Kraft der kubanischen Revolution gegen Diktator Batista werden sollte.

Die Kubanische Revolution und ihre Folgen

Das Ziel der neugegründeten Organisation Bewegung des 26. Juli war es mithilfe geheimer Untergrundzellen, die sich über das gesamte Land verteilten, auf den bewaffneten Kampf gegen das kubanische Diktator-Regime vorzubereiten. Zu diesem Zwecke begann man unter der Leitung des ehemaligen spanischen Offiziers Alberto Bayo in Mexiko mit der militärischen Ausbildung der Guerilleros.

Dabei traf Castro schließlich auch erstmals auf den späteren Guerillaanführer Ernesto Guevara, kurz Che genannt. Im Jahr 1956 kaufte die Gruppe rund um Castro ein Schiff mit dem sie nach Kuba zurückkehrten, um anschließend die Regierung Batistas zu stürzen. Am 25. November machten sich Fidel Castro, dessen Bruder Raúl Castro, Che Guevara sowie 78 weitere Revolutionäre vom mexikanischen Tuxpan aus auf den Weg nach Kuba und erreichten am 2. Dezember kubanisches Festland. Bei dem über zwei Jahre andauernden Guerillakampf führte Fidel Castro die Rebellenarmee rund um die Bewegung 26. Juli als Comandante en jefe (dt.: Befehlshabender Kommandant) an. Die entscheidende Schlacht wurde zur Jahreswende 1958/59 in Santa Clara ausgefochten.

Dabei konnte sich die Rebellenarmee gegen die feindlichen Truppen durchsetzen und die Stadt für sich erobern. Infolgedessen floh Diktator Batista am 1. Januar 1959 in die Dominkanische Republik. Nach dem Sieg wurde Fidel Castro zum neuen Regierungschef des Landes ernannt. Als regierendes Staatsoberhaupt verfolgte er eine Politik des Internationalismus, in Zuge derer eine große Anzahl Lehrer, Ärzte und Techniker in dritte Weltländer entsandt wurden. Nach einer rekordverdächtigen Amtszeit von fast 50 Jahren zwang ihn eine schwere Krankheit im Jahr 2006 schließlich dazu sich vom politischen Geschehen zurückzuziehen und das Amt niederzulegen.

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